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Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft
im Kreis Heilbronn

www.kein-gengarten.de

www.percy-schmeiser-on-tour.org/

David gegen Goliath – Percy Schmeiser am 11.1.2008 in Stuttgart

Drei Leingartener Grüne folgten der Einladung ins Fraktionszimmer Grünen im Stuttgarter Landtag um Percy Schmeiser’s Rede zu hören. Gespannt warteten sie auf den kämpferischen Kanadier, der im November 2007 zusammen mit seiner Frau Louise den Alternativen Nobelpreis in Stockholm verliehen bekommen hatte. Seit 1996 wehrt sich der Farmer gegen die Machenschaften der Firma Monsanto und zog bis vor den Obersten Gerichtshof. Und er bekam Recht!

Und dann steht er da, nimmt bescheiden den Applaus für seine Ehrungen entgegen, und beginnt leise, aber sehr bestimmt zu reden. Sofort zieht er die vielen Menschen in seinen Bann. Die Worte sind sehr gut gewählt, immer scheint er auf der Hut zu sein, ja nicht emotional zu werden, alle seine Aussagen belegen zu können – denn: Monsanto ist überall.

Er berichtet, dass er 650 ha Land bewirtschaftet, kürzlich seinen 77. Geburtstag feierte, dass er Bürgermeister und Abgeordneter war und 50 Jahre lang Saatenzucht betrieben hat. 1996 stellte er Verunreinigungen durch Gen-Raps auf seinen Feldern fest und forderte die Firma Monsanto auf, diese zu entfernen. Doch als Antwort verklagte ihn die Firma Monsanto auf Schadensersatz in Höhe von 1 Million Dollar, weil er das patentierte Saatgut der Firma Monsanto verwendet hätte, das aber durch die starken Winde auf seinen Feldern wild aufgegangen war. „Alles, was auf deinem Acker wächst gehört Monsanto. Mein gesamter Betrieb wurde in Haftung genommen.“

„Ich kämpfe dafür, dass jedem Landwirt gestattet werden muss, sein eigenes Saatgut nachzuziehen!! Denn durch die gentechnisch veränderten Organismen geht die Produktion zurück, der Export ist großenteils abgebrochen, der Spritzmittelbedarf ist 3 x höher, der Nährwert der Lebensmittel ist um 50% verringert und überall in Westkanada sind Superunkräuter entstanden, gegen die es kein Mittel gibt (auf dem Land, in Kleinstädten und in Großstädten).“ Die Antwort von Monsanto war natürlich ein neues Supergift, das inzwischen bis zum Jahr 2015 unter dem Namen 2D4 zugelassen worden ist. Dieses Mittel gehört zu den giftigsten der Welt und enthält eine große Menge agent orange (eingesetzt zur Entlaubung im Vietnam-Krieg mit katastrophalen Folgen).

Es ist keine Koexistenz zwischen Gentechnik und konventioneller Landwirtschaft möglich! Die Situation für die kanadischen Landwirte ist zwischenzeitlich bedrohlich, denn es gibt keine genfreie Zone mehr. Raps gehört zu den Kreuzblütlern, einer sehr großen Pflanzenfamilie, und die Bio-Bauern können immer weniger Pflanzen anbauen.

Laut Schmeiser kann es keinen Sicherheitsabstand geben, Pollenflug ist nicht kontrollierbar. Bauern und Imker bestätigen, dass die Gene über den Darm von Tieren und Insekten in deren Blutkreislauf gelangen. Jedes höhere Lebewesen – und das fängt bei Percy Schmeiser bei den Pflanzen an – reagiert negativ auf Gentechnik!!! Dann berichtet
er über die Terminatorversuche. Nach dem Keimen wird die Pflanze praktisch unfruchtbar. Was ist mit Tieren, denen man diese Pflanzen füttert? Was ist mit Menschen, die dieses Fleisch essen oder diese Milch trinken?

Eine konkrete Antwort gibt es darauf noch nicht. Nur eines ist gewiss: Monsanto besitzt 50% dieses Patentes und die anderen 50% gehören der US-Regierung.

Und plötzlich wird der sympathische Mensch doch emotional, kämpft mit seiner Stimme, als er darüber berichtet, dass er schon mehrfach gentechnisch veränderte Tiere gesehen hat. Schweine, die sich nicht mehr auf den kleinen Beinen halten konnten, die seitlich gestützt werden mussten, damit sie nicht umfallen….

Die Zeit rast nur so dahin, und Percy Schmeiser erzählt von Knebelverträgen durch die Firma Monsanto, die ganz kleingedruckt oben auf jedem Saatgutsack eingelegt sind, er berichtet davon, dass Landwirte sich gegenseitig ausspionieren und denunzieren. Er berichtet, dass die Firma „Test-Giftbomben“ mit Monsanto-Spritzmittel auf Feldern abwirft – überleben die Pflanzen nicht ist klar, dass kein Monsanto Saatgut verwendet wurde. Er berichtet von Detektiven, die ihn bei seiner Feldarbeit ständig beobachtet haben und von Detektiven, die soweit wie möglich an seine Farm gefahren sind und seine Frau ständig mit Ferngläsern beobachtet haben. Er berichtet von unzähligen Telefonanrufen weinender und verzweifelter Farmersfrauen, die mit dieser Situation nicht mehr umgehen können und Beratung suchen. Er berichtet über Streitigkeiten unter den Landwirten, die einstmals zusammengehalten und das Land aufgebaut haben. Schlussendlich sagt er: „Und das alles ist gewollt. Monsanto möchte die Herrschaft über die Lebensmittel auf der ganzen Welt erreichen.“

Die Betroffenheit im Saal wird immer spürbarer. Doch freundlich und mit Nachdruck gibt Percy Schmeiser uns allen eines mit auf den Weg:

„Ich musste 1996 die Erfahrungen selber machen. Ich kann nur über das berichten, was mir und vielen kanadischen Kollegen widerfahren ist und ich kann nur hoffen, dass Sie auf unsere Erfahrungen schauen und verhindern, was noch zu verhindern ist. „

Text von Brigitte Wolf, Hermann-Löns-Str. 12, 74211 Leingarten

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